Muttenz-Marathon 2017

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Alles neu macht der Mai: Muttenz-Marathon mit neuer Streckenführung

Der Muttenz-Marathon 2016 war meine Initiation auf der Langdistanz und natürlich wollte ich dieses Event 2017 nicht verpassen. Daher hat der MuMa von vornherein einen festen Platz in meiner Jahresplanung erhalten. 2016 war mein Ziel die 4-Stundenmarke zu knacken, was mir auch gelungen ist.

Streckenführung des Muttenz-Marathon
Die neue Streckenführung des Muttenz-Marathon*

Für die 9. Auflage des MuMa hat es nun einige Änderungen gegenüber dem Vorjahr gegeben. Der Organisator hat gewechselt und, besonders gravierend, die Streckenführung wurde geändert. Letzteres wurde notwendig, weil die alte Strecke einige organisatorische Probleme mit sich brachte, angefangen bei Überflutungsgefahr an dem Streckenabschnitt an der Birs, bis hin zu unangenehmen Strassenüberquerungen in Pratteln und im Dorfkern von Muttenz. Die drei alten Schlaufen des MuMa wurden durch eine etwa 21 km lange Runde ersetzt, die der geneigte Marathonie zweimal zu durchlaufen hat.

Der Organisator schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klappe: er entledigt sich der Probleme der alten Streckenführung und kann eine hohe Dichte an Verpflegungsposten über die gesamte Distanz mit vergleichsweise geringem Aufwand realisieren. In dieser Hinsicht ist die Streckenführung clever gelöst. Als Läufer nimmt man allerdings in Kauf, für die Marathonstrecke die Runde zweimal laufen zu müssen, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Dafür rückt der MuMa aber deutlicher in die Kategorie Landschafts- und Trailmarathon – aus meiner Sicht ein klarer Gewinn.

Das Höhenprofil des Muttenz-Marathon, wie von Strava berechnet
Das Höhenprofil des Muttenz-Marathon, wie von Strava berechnet

Ein weiterer Effekt dieser neuen Strecke ist, dass die Anzahl der gelaufenen positiven Höhenmeter von ca. 700 auf ca. 1’000 ansteigt. Also 2 x 500 Meter. Ideal für meine Zielsetzung: Vorbereitung auf Bergultraläufe und eine Standortbestimmung meiner Leistungsfähigkeit (genauer: der Effektivität meiner Trainingsplanung).

Unterm Strich bewerte ich die neue Streckenführung für mich als positiv: Mehr Wald, mehr Steigung, weniger Asphalt. Die Strecke ist abwechslungsreich genug, um zwei Runden zu vertragen.

Kühles Aprilwetter im Mai

Verfroren vor dem Start
Verfroren vor dem Start

Das Wetter in der Woche vor dem 07. Mai ist kalt. Kalt und Nass. Die Obst- und Weinbauern in der Region haben einen Ernteausfall von 100% aufgrund der kalten Witterung zu erwarten. Entsprechend prüfe ich seit Anfang der Woche täglich das Wetter für den „grossen“ Sonntag: Es hilft alles nichts, es ist Regen angekündigt, bei etwa 10°C. Entsprechend gehe ich mit Überhose und winddichter Weste an den Start. Immerhin, kurz nach dem Umziehen hört der Regen auf – und … die nächsten Stunden regnet es fast gar nicht. Zumindest nicht in der Gegend um Muttenz. Bekannte, die am gleichen Tag im gerade mal 15 km entfernten Rheinfelden an einem Triathlon teilgenommen haben, erzählen Geschichten von Sportlern, die angeblich in ihren Radschuhen ertrunken sein sollen. Egal, andere Geschichte …

Vor dem Start empfinde ich es noch als etwas kalt, aber ich weiss, das wird sich bald geben. Die Temperaturen sind in Ordnung für einen Marathon, ok, der Untergrund ist hier und da etwas matschig, aber dafür hab ich ja die Schuhe mit dem groben Profil ausgepackt.

09:15 fällt der Startschuss – Die erste Runde

Start des 9. Muttenz-Marathon - Ich hab die Startnummer 23
Start des 9. Muttenz-Marathon – Ich hab die Startnummer 23

Um 09:00 startet das Teilnehmerfeld für den Mai-Lauf (7.3 km), bevor sich die Teilnehmer des Halbmarathons (64), des Marathons (51) und der Staffel (6) bereit machen. Pünktlich um 09:15 werden wir alle gemeinsam auf die Strecke geschickt.

Die ersten 2,5 km sind flach und besonders die Läufer der Halbdistanz ziehen das Tempo von vornherein hoch, so mein Gefühl. Mit der Steigung vor dem ersten Verpflegungsposten (bei km 4) zieht sich das Läuferfeld dann richtig auseinander und es folgt ein 2 km langes flaches Stück, bevor bei km 6 das Rennen eigentlich beginnt. Nämlich das Rennen auf den Bergpreis bei Schönmatt, bei km 10,5. Die ersten Marathonläufer erreichen diese Verpflegungsstation nach ca. 44 Minuten. Nach 57 Minuten habe ich es ebenfalls endlich geschafft und die Runde dreht sich langsam aber sicher zurück zum Ausgangspunkt. Wer Bergabpassagen gewohnt ist und dort gerne schnell läuft ist jetzt in seinem Element. Der kleine Zwischenanstieg bei km 14 ist nicht weiter der Rede wert. Wohl aber die Spitze, die bei km 18 eingebaut ist. Es ist nur ein Kilometer, der hat aber ca. 8 % Steigung. Wir werden uns wieder sehen – in der zweiten Runde.

Der spätere Erstplatzierte hat die erste Runde in weniger als 01:23 absolviert. Etwa 23 Minuten nach ihm laufe ich dann auch durch den Zielbereich, wohlwissend, dass für mich 01:46 für einen Halbmarathon mit 500 Metern Steigung schon ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis wäre. Wäre, hätte ich mich nicht für den Marathon gemeldet. Die Zwischenzeit habe ich im Augenwinkel erfasst, derweil kalkuliere ich meine möglichen Schlusszeiten durch, die ich mir so zutraue. Gestartet bin ich mit dem Anspruch an mich, die Zeit von 03:45 zu knacken. Damit bleiben mir fast zwei Stunden für die zweite Runde – das muss machbar sein.

In der ersten Runde auf dem Weg zurück ins Dorf
In der ersten Runde auf dem Weg zurück ins Dorf*

Die zweite Runde

Auf dem bekannten Weg geht es erneut zur Bergpreislocation Schönmatt, wo ich nach 02:48 ankomme. Etwa gleichzeitig ist der Sieger bereits unten im Dorf mit 02:48:58 durchs Ziel gelaufen. Eine grandiose Leistung und ein Streckenrekord, der sicherlich eine Herausforderung darstellt.

Die vorletzte Kurve, noch 1 Kilometer bis zum Ziel
Die vorletzte Kurve, noch 1 Kilometer bis zum Ziel*

Für mich bedeutet meine Zwischenzeit zu diesem Zeitpunkt, dass ich schön gleichmässig die letzten 10 km laufen kann und dafür 55 Minuten Zeit habe, um mein selbstgestecktes Ziel zu erreichen. Eigentlich sollte das auch kein Problem sein, wäre da nicht meine Schwäche beim Bergablaufen. Zwar kann ich mein Tempo gut halten, habe aber das Gefühl mir die Oberschenkel zu schreddern, was mir besonders auf dem Asphaltstück zwischen km 36 (15) und 38 (17) zu schaffen macht. Und dann kommt die letzte Steigung! Die erwähnte Spitze bei km 18, jetzt km 39. Ich muss alle Reserven zusammenreissen, um mich bei gleichmässigem Laufschritt diesen einen Kilometer vorwärtszubringen. Als ich endlich den letzten Verpflegungsposten erreiche, trinke ich dankbar eine Becher Wasser, nicht weil ich so durstig bin, sondern weil ich mir eine Ausrede schaffe, um kurz zu verschnaufen. Nichtzuletzt das Anfeuern der Helfer versetzt mich aber wieder in Trapp und die letzten Kilometer sind dann schnell erledigt.

Einbiegen auf die Zielgerade
Einbiegen auf die Zielgerade

Mit 03:43:25 komme ich im Ziel an und erreiche Platz 15 in der Gesamtwertung, bzw. Platz 7 in der Altersklasse.

Ziel erreicht: 03:45 geknackt

Ich freue mich riesig, meine Zielzeit geschafft zu haben. Das Training hat soweit funktioniert und damit ist der MuMa 2017, wie schon im Vorjahr, für mich ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg zum langen Ultra-Marathon. Vielen Dank an den Organisator und die vielen Helfer, die das Event möglich gemacht haben.

Das Training ist noch nicht zu Ende und es stehen auch noch weitere interessante Trainingsläufe an. Im Juli werde ich dann sehen, ob ich fit bin für die 80 km … so oder anders hoffe ich im nächsten Jahr wieder beim MuMa dabei sein zu können. Vielleicht klappt es dann ja mit der 03:30 😉

 

*) Die gekennzeichneten Bilder/Fotos stammen von der Web-Site des Muttenz-Marathon

2 Antworten

  1. Marco Kobi

    Hallo Tom

    Gratulation zu der guten Zeit. Auf nächstes Jahr gleicher Ort gleiche Zeit ?

    Gute Erholung und weiterhin gute Gesundheit und Glück ? für die weiteren Läufe.

    • Tom

      Hallo Marco

      Danke dir. Wir sehen uns sicher bei dem einen oder anderen Event …

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