Frohe Ostern

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Ostern im Schnee

Es ist das Osterwochenende und ich bin mit meiner Frau zum Snowboarden und Skifahren auf Riederalp, einem kleinen Dorf auf über 1’900 m in den Walliser Bergen. Leider ist das Wetter gerade heute, am Freitag, nicht sehr einladend für auf die Piste. Nach einigem hin und her beschliesse ich dann gegen Mittag die Laufschuhe anzuziehen. Meine geplante Strecke führt mich ca. 11 km mitten durch das Skigebiet, das Ziel ist die Moosfluh Bergstation auf 2’333 m.

Ein Traillauf auf Pisten und Winterwanderwegen

IMG_0368Also ausgestattet mit dicker Tight, langem Merinoshirt und Thermo-Trikot gehts los. Langsam stapfe ich durch den frischen Schnee. Langsam geht mir auch schon auf den ersten 500 m die Puste aus. Der rutschige Untergrund fordert seinen Tribut.

Nach etwa 20 Minuten habe ich die ersten 2 km geschaft. Ich stehe auf der Riederfurka bei 2’065 m. Viel los ist hier nicht, es will halt niemand bei dem Wetter auf die Piste. Dabei ist der Schnee bestimmt ganz prima, aber wem sage ich das? Ich fahr ja selber auch nicht. Von hier mach ich mich auf zu meinem nächsten Etappenziel: die Bergstation der Hochfluh-Gondelbahn.

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Das nichts los ist hat für mich seine Vorteile. Der ganze Winterwanderweg und die Pisten, alles meins. Na gut, auf den Pisten muss man schon noch acht geben, ein paar trotzen doch dem Wetter.
Immerhin, da auf dem Wanderweg niemand unterwegs ist, sieht auch niemand, dass ich an den steilen Stücken gehe. Man ist das anstrengend. Der Puls schlägt knapp bei 170 und auch im Gehen kommt er nur auf 150 runter.

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Und da, nach ungefähr 3.5 km ist dann auch mein Zwischenziel in Sicht und ich bin auf der Hochfluh auf 2’227 m angekommen. Das Wetter wird nicht besser. Ich laufe jetzt auf dem Grad und bin dem Wind ausgesetzt. Dazu kommt noch, dass die Sicht schlechter wird. Dennoch kann ich bei Kilometer 5 (und so nach etwa 45 Minuten) mein Ziel für heute ausmachen.

 

 

Selfie auf 2’333

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Irgendwo dahinten in der Wolke erreiche ich in 500 m die Moosfluh auf 2’333 m. Also reiss ich mich nochmal richtig zusammen und gebe alles. Von hier an wird bis zum Ziel durchgelaufen. Zwar hämmert der Puls und die Lunge pfeift, aber ich weiss, von der Bahn aus kann man mich sehen.

IMG_0377Das ist ein ungeheurer Motivator und ich schaffe es laufend die Station zu erreichen. Schnell noch ein Selfie geschossen und dann mach ich mich auf dem gleichen Weg zurück. Bergab ist zwar leichter für die Kondition, dafür muss ich jetzt aber noch viel mehr aufpassen, dass ich nicht ausrutsche. Ich hangel mich also von Streckenstange zu Streckenstange, die zeitweilig meine einzige Orientierungshilfe sind. So dicht ist die Suppe, bestehend aus Nebel/Wolke und Schneefall.

Jubelnde Schneemänner

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Immerhin, als ich zurück zur Riederfurka komme, stehen da ein paar Passanten (ok, es war nur einer) und jubeln mir zu (na gut, der war sehr einsilbig – aber die Vorstellung war halt schön).

Alles in allem habe ich am Ende 11 km mit 530 Höhenmetern gemacht. Gebraucht habe ich 1:33 (ja, über anderthalb Stunden), keine Paradezeit. Warum mir meine Laufuhr mitteilt, dass ich ein Tempotraining absolviert haben soll, bleibt ihr Geheimnis.

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Kein Geheimnis soll bleiben, mit welchen Schuhen ich das gemacht habe. Meine besten Lauffreunde für die Skipiste und ähnliches sind die Spikecross von Salomon. Die haben die gleiche Sohle wie die Speedcross und auch die haben für diese Verhältnisse schon guten Grip. Die Spikecross haben aber zusätzlich noch kleine Spikes, die das Laufen auf eissigen und verharschten Flächen zum Kinderspiel machen. Wer öfter in die Verlegenheit kommt auf solchem Terrain zu laufen, dem kann ich diese Schuhe wärmstens empfehlen.

 

Wärmstens… Das ist dann auch mein Stichwort. Nach einer heissen Dusche sitze ich am warmen Ofen und höre das Feuer knistern.

Frohe Ostern

Crazy

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