Aletsch-Halbmarathon 2017

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Platz 26 beim Aletsch-Halbmarathon


Am 18. Juni 2016 habe ich zum zweiten mal am Aletsch-Halbmarathon teilgenommen und mit dem 26. Platz in der Kategorie M45 gefinished.

Mit 2:23 konnte ich meine Zielzeit von < 2:30 deutlich unterbieten. Anders als im letzten Jahr, wo ich mit 2:38 meine Zielzeit deutlich verfehlt habe. Mit dieser, für mich super Zeit, habe ich den letzten Testlauf auf dem Weg zu meinem diesjährigen Hauptevent abgeschlossen: die 80 km beim Swiss Alps Endurance Run.

 

Start aus dem dritten Block

Kurz vor dem Start
Kurz vor dem Start

Im letzten Jahr hatte ich das Problem, aus dem letzten Startblock heraus starten zu müssen. Bei etwa 2’500 Startern war es daher sehr mühsam, mich an den Massen vorbei zuarbeiten, was sicher mitverantwortlich für meine nicht zufriedenstellende Zeit war. Dieses Jahr war ich dem dritten Startblock zugeordnet, was die Situation deutlich verbessert.

Ein weiterer Unterschied zum Lauf 2016 ist das phantastische Wetter. Der Lauf wird dieses Jahr von strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel begleitet. Die Temperaturen haben bestimmt die 20°C-Marke geknackt.

 

Bei km 3 kommt es zur ersten Steigung

Auch wenn meine Startposition gegenüber dem Vorjahr besser ist, die Strecke mit ihren Herausforderungen bleibt die selbe. Die Steigung hinter Bettmeralp ist auch für einige schwächere Läufer aus dem zweiten Startblock ein deutliches Hindernis, so dass sich hier die Blöcke zwei und drei bereits zu vermischen beginnen. Immerhin ist der schmale Wanderweg hin zum Bettmersee nicht ganz so mit Läufern verblockt, wie ich es im letzten Jahr erlebt habe. Da merke ich doch klar den Vorteil, nicht mehr im hinteren Startblock starten zu müssen.

 

km 9 und der Anstieg zur Riederfurka

Am Bettmersee
Am Bettmersee
Überholen am Bettmersee
Überholen am Bettmersee

Auf den breiteren Abschnitten, z. B. direkt am Bettmersee, kann ich immer wieder an Läufern vorbeiziehen, an den schmaleren muss ich mich in der Kolonne einreihen. Das ist nicht gerade ideal für meinen Rhythmus, aber ich sehe an meinen Zwischenzeiten, dass ich trotzdem ordentlich Tempo vorlegen kann.

So erreiche ich nach etwa 49 Minuten den ersten Verpflegungsposten bei Kilometer 9 an der Hochfluh-Station auf Riederalp, wo ich dankbar mehrere Becher Flüssigkeit zu mir nehme, bevor ich mich an den Anstieg zur Riederfurka mache. Aus meiner Sicht ist das die Stelle, wo das Rennen beginnt und sich schnell die Spreu vom Weizen trennt. Auf nicht ganz einem Kilometer werden ca. 200 Meter Höhe gewonnen.

Zum Glück ist auch hier der Weg schön breit und ausreichend Platz zum Überholen gegeben. Allerdings merke ich schon einen Unterschied zum Vorjahr: Viele der Läufer vor mir sind noch ausreichend stark, um diese Steigung tatsächlich zu rennen. Zwar gibt es einige Langsamere, aber ich muss mich doch schon merklich ins Zeug legen, wenn ich hier weiterhin Boden gut machen möchte. Und ich möchte …

 

Eine Runde ums Riederhorn

Die nun anstehende, sehr schöne und flowige Runde ums Riederhorn kann ich trotz der Kolonnenbildung in einigermassen zügigem Tempo laufen. Die meisten der anderen Läufer sind gut dabei und halten ihrerseits das Tempo hoch, bzw. die vereinzelten langsameren Läufer lassen uns netterweise vorbei. Ich freue mich über diese angenehme Situation, die so viel besser ist, als im vergangenen Jahr, wo ich gezwungen war in der Masse langsam ums Horn zu zuckeln.

Am Ende der Riederhorn-Runde greife ich beim zweiten Verpflegungsposten schnell zwei Isodrinks, kippe mir einen Becher Wasser über die Mütze und es geht in die nächste Steigung zur Hochfluh-Bergstation. Als ich dort mit etwa 1:35 ankomme, ist der Sieger bereits eine Minute im Ziel. Ich hab noch ca. 6 km.

 

Die letzten 6 km

Streckenprofil
Streckenprofil
Auf dem Grad zum Ziel
Auf dem Grad zum Ziel

Diese letzten 6 km haben es aber in sich. Ich schätze, etwa die Hälfte der ca. 1’100 Höhenmeter des gesamten Aletsch-Halbmarathons stecken in diesem letzten Stück. Wir Läufer werden hier richtig gefordert und die Steigung zwingt mich zum Gehen. An Laufen ist für mich bei diesem Anstieg nicht mehr zu denken. Immerhin fällt mir das Power-Walken konditionell so leicht, dass ich vergleichsweise gut vorwärts komme. Allerdings erwische ich mich bei dem Gedanken, mich in eines der wenigen verbliebenen Schneefelder zu werfen und abzukühlen. Die Sonne brennt heute gnadenlos.

An den beiden letzen Verpflegungsposten kühle ich mich mit Wasser, das ich mir über den Kopf giesse. Klatschnass laufe ich so weiter und geniesse den kurzen Zustand der Erfrischung, bevor es wieder dem Gefühl der nahenden Überhitzung weicht.

Mit 2:23 komme ich im Ziel am Bettmerhorn. Unter 2:30 hatte ich mir als Ziel gesetzt. Diese Marke so deutlich zu unterschreiten, hatte ich nicht erwartet. Dazu fühle ich mich noch ausreichend fit, um den Rückweg nicht per Bahn zu machen, sondern spaziere mit Judith, die mich oben getroffen hat, den Gratweg zurück zur Riederalp.

 

 

 

 

Power-Walking an der letzten Steigung
Power-Walking an der letzten Steigung
Oben angekommen
Oben angekommen

Wenn ich es zeitlich hinbekomme, werde ich auch 2018 gerne wieder hier starten, schliesslich ist das hier meine Hausrunde unter den Bergtrails. Mit etwas Glück kann ich dann auch nochmal meine Startposition verbessern. Jetzt kommt aber erstmal mein Highlight des Jahres: die 80 km vom Swiss Alps Endurance Run, die mich ebenfalls hier im Wallis von Oberwald nach Ernen, hinauf zum Saflischpass, nach Rosswald und weiter über den Simplonpass nach Simplon Dorf bringen werden.

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