Montafon Arlberg Marathon

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Landschaftsmarathon und Bergtrailevent

Der Montafon Arlberg Marathon wirbt mit einer landschaftlich reizvollen Strecke durch das Natura 2000 Gebiet Verwall. Dabei müssen die Teilnehmer 1’600 Höhenmeter überwinden. Vom Start in Silbertal auf 886 Metern geht es auf einem 18 Kilometer langen Anstieg auf der Forststraße zur Oberen Fresch Alpe auf 1’890 Metern, bevor anschließend mit dem Silbertaler Winterjöchle der höchste Punkt des Marathons auf 1’945 Metern erreicht wird. Dann geht es zum Ziel in Sankt Anton auf 1’300.

Eher spontan entschliesse ich mich dazu bei diesem Event zu starten, da ich zu dem Schluss gekommen bin, dass mir in meiner Vorbereitung auf den Swiss Alps 100 noch Trailkilometer und Höhenmeter fehlen – und weil es ein schöner Lauf zu werden verspricht. Mir scheint, es handelt sich bei diesem Landschaftsmarathon mehr um einen Geheimtipp, es stehen 240 Teilnehmer auf der Startliste für den Marathon. Nach den Massenevents beim Aletsch-Halbmarathon oder dem IRONMAN in Rapperswil eine willkommene Abwechslung für mich. Ebenfalls sehr angenehm für mich: der Lauf findet an einem Samstag statt und nicht, wie so viele andere Events, an einem Sonntag. Judith und ich packen also den Bulli und am Freitag geht es gen Österreich.

Abend vor dem Start
Der Abend vor dem Start

Beim Eventgelände angekommen entschliessen wir uns auf dem kleinen Parkplatz direkt beim Start zu übernachten und stellen am Abend fest, dass es uns noch einige andere gleich tun. Wiederholungstäter, wie sich beim Gespräch herausstellt, die schon zum 5. oder 9. mal dabei sind und immer wieder gerne kommen. Ich werde in meiner Entscheidung bestätigt und bin sicher, wenn sich am kommenden Tag die dunklen Wolken verzogen haben, wird das ein grossartiges Laufvergnügen.

Beim abendlichen Plaudern nehmen ich noch ein paar Tipps für den Lauf mit, so z. B., dass ich keinen Laufrucksack für Verpflegung mitnehmen sollte, da es auf der Strecke grosszügige 10 Verpflegungsposten gibt. Das Wetter scheint angenehm und trocken zu bleiben und daher folge ich diesem Rat gerne und lasse auch Jacke und sonstige Ausrüstung zurück.

Es verspricht ein angenehmer Lauf zu werden.

Die Strecke von Silbertal nach Sankt Anton
Die Strecke von Silbertal nach Sankt Anton *

Die erste Hälfte geht bergauf

Startbereich am Morgen in Silbertal
Startbereich am Morgen in Silbertal

Vom Start geht es zunächst nicht in Richtung Sankt Anton, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Offensichtlich mussten die Veranstalter etwas tricksen, um die volle Marathondistanz zu erreichen. Nach etwa 2 km führt die Route dann aber wieder zurück, durch Silbertal und damit in die richtige Richtung. Bei beiden Durchgängen in Silbertal ist der Weg gesäumt von Zuschauern und den Kids, die an den entsprechenden Läufen im Vorfeld des Marathons gestartet sind. Diese Kulisse bietet natürlich ein schönes Ambiente und besonders die Kinder freuen sich darüber mit den Marathonläufern abklatschen zu dürfen.

Start in Silbertal nach den Kids-Läufen
Start in Silbertal nach den Kids-Läufen

Von knapp 900 m über NN in Silbertal geht es nun mehr oder weniger kontinuierlich bis auf eine Höhe von 1’900 nach ca. 21 km. Dabei laufen wir die ersten Abschnitte über Forst- und Waldwege, erst in grösserer Höhe kommen auch technische Trails dazu.

Alles in allem ist das kühle Wetter mit prächtigem blauem Himmel und Sonnenschein perfekt für diesen Tag. Vom Start weg fühle ich mich gut und komme mit lockeren Beinen prima von Verpflegungsposten zu Verpflegungsposten. Tatsächlich entspricht die Verpflegung mehr der eines City-Marathons und ich bin froh, meinen Laufrucksack zurückgelassen zu haben.

Nach etwa 2:15 erreiche ich die Halbdistanz und den höchsten Punkt des Laufs und fühle mich nach wie vor gut. Das stete berghochlaufen liegt mir und macht richtig Spass, dazu eine super Landschaft, die immer mal wieder mit herrlichem Panorama überrascht – ich bin sehr froh diesen Lauf kurzfristig in mein Programm genommen zu haben.

Die zweite Hälfte geht bergab – aber …

Vom höchsten Punkt aus geht es, wer hätte es gedacht, bergab, zumindest bis Kilometer 33. Dann folgt ein mit 2 – 3 Kilometer nicht sonderlich langer, aber mit ungefähr 10% knackiger Gegenanstieg. Hier muss ich noch mal allen Mumm zusammenreissen, um mein Tempo halten zu können. Wer bis zu diesem Punkt bereits sein Pulver verschossen hat, wird hier keinen Spass haben und bestenfalls gehend vorwärts kommen. Aber auch dieser Anstieg geht vorbei und nach ein paar Wellen ist Kilometer 38 erreicht. Für mich deshalb besonders hervorzuheben, weil hier der – zumindest für mich gefühlt – steilste Abschnitt bergab kommt. Es ist nur etwa 1 Kilometer, aber ich spüre, wir meine Oberschenkel brennen und weiss, das wird Muskelkater geben.

 

Höhenprofil und Verteilung der Verpflegungsstellen
Höhenprofil und Verteilung der Verpflegungsstellen*

 

Das Ziel in Sankt Anton

Kurz vorm Ziel in Sankt Anton
Kurz vorm Ziel in Sankt Anton

Die letzten 3 Kilometer werden die Läufer von der Zielmoderation in Sankt Anton begleitet. Die Strecke führt leicht oberhalb der Stadt vorbei und deutlich sind die Ansagen zu den Finishern zu hören. Das beflügelt natürlich und gibt neue Kraft, mit deren Hilfe diese letzten Meter gut zu bewältigen sind. Die Strasse in Sankt Anton hin zum Zielbogen ist mit Schaulustigen gesäumt, deren Klatschen ebenfalls beflügelt.

Nach 04:24:29 erreiche ich das Ziel und werde damit sogar noch 5. in meiner Altersklasse.

 

 

 

 

 

Fazit

Mit dem Montafon Arlberg Marathon habe ich für mich einen sehr schönen, kleinen aber feinen Landschaftsmarathon entdeckt, den ich bestimmt nicht nur einmal laufe. Der Veranstalter hat für 2019 bereits eine Neuerung angekündigt und beabsichtigt die Streckenführung umzukehren. Allein deswegen wird es schon spannend sein wiederzukommen. Wenn das Eventdatum in meine Jahresplanung passt komme ich bestimmt sehr gerne wieder.

 

* Bilder von der Website des Veranstalters

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